WSV

AUSSTELLUNG, LESUNG, KONZERT.
Krautzungen, die Abendveranstaltung für Pop, Kunst und Literatur, feiert Weihnachten.
Am 21. Dezember kommen im LOKAL Künstler, Filmemacher, Musiker und Literaten zusammen, um dem Wahnsinn Tür und Tor zu öffnen. Hemmungslos soll dieser Grenzgang werden, Konventionen hinter sich lassen und zur Extravaganz herausfordern.
„Wahnsinn. Schrecken. Vergnügen“ legt einen Fokus auf die Disziplin Ausstellung und will in Bild, Text und Ton auf das Jahr 2011 zurückblicken und zugleich neue Perspektiven eröffnen. Status quo vadis, Krautzungen? Weg vom Wieso, hin zum Darum. Aus jedem „Aha“ soll ein „Oh Gott“ werden.

Künstler:
Peter Sempel, Robin Hinsch, Oliver von Below, Fynn Steiner, Janusz Beck, Fiona Hinrichs, Carsten Dierkes und Johannes Blaffert
Musiker:
Die Schmutzige Schönheit der Natur, Weasel’s Fist und Joachim Franz Büchner
DJs: Heiko Gogolin und Mme Bing
Literaten:
Colin Böttger, Christoph Braun, Lucas Flasch und Gesa Anne Trojan

Der Abend beginnt um 18Uhr mit Bierempfang und der großen Joachim Franz Büchner- Autogrammstunde.

 

Die Zusammenfassung zur Verfügugng gestellt von eskalaparty.de:

text fynn steiner | fotos robyn hinsch

Vorrede

Mit Blick auf den Dezember, seine durchnässten Eichen und Regenbogenfeldsteine, bin ich froh, drinnen zu sitzen, neben den weißen Trüffeln und der roten Amaryllis, die vor zwei Tagen aufgegangen ist und ihre Blüten weit ins Wohnzimmer reckt.
Mit Blick auf das Jahr 2011 bin ich froh, ausgegangen zu sein. Wenn man vielleicht auch meinen kann, wir wären nicht das Herz der Hansestadt geworden, so doch zumindest seine Leber.
Es ist eine komfortable Sysiphosaufgabe, die wir uns hier selbst erwirtschaftet haben. Immer und immer wieder rollen wir den Stein. Wo andere Leute Freizeit haben, da haben wir jetzt Krautzungen. Wir sind es, die Jupiter zurufen: bestrafe uns, gib uns eine unendliche Aufgabe. Wo alles Andere stillsteht, da machen wir jetzt in Bewegung. Wo sich bei einem Teller Spaghetti- Bolognese Anfang des Jahres das Labor für pragmatischen Utopismus gründete, da steht heute ein Koloss mit einer Fackel von Ideen. Man kann sagen, ich komme mit der Mythologie gründlich durcheinander. Das ist das Fieber. Endjahresfieber, wie ich es jeden Dezember kurz nach oder mitten an Weihnachten bekomme.
Nach Krautzungen#1 in der Astrastube und Krautzungen#2 im Westwerk beschlossen Robin Hinsch und ich, dass wir uns zweierlei verdient hätten: zum einen eine anständige Portion Wahn und darüber hinaus eine exzessive Weihnachtsfeier. Vor Ende des großen Jahres 2011- mein grafischer Höhepunkt: die geschmackvolle Luxusvilla Osama bin Ladens- oder doch Damien Hirsts Plattencover für die Red Hot Chili Peppers?—wollten wir noch einmal alle Kräfte beschwören. Heraus kam eine Veranstaltung, die Robin mit „Wahnsinn, Schrecken, Vergnügen“ betitelte. WSV! sagte ich und fand das sehr passend für den Winter. Das ein WSV nun genau genommen ja immer erst nach Weihnachten stattfindet, war uns wohl beiden nicht hinreichend bekannt. Wir hatten ja noch nie teilgenommen!
Robin und ich saßen also bei einem Glas Bier in der Karoecke und entwarfen kryptische Pläne dazu, wie wir die Hansestadt in einem Handstreich nehmen würden. Sein Laptopakku hielt genau so lange, bis wir nachgeschlagen hatten, dass es im LOKAL noch einen freiHAUStag im Dezember gab. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ausdrücklich bei den Verantwortlichen bedanken, die sich dachten, dass sie gerne Robin und mich, Wahnsinn, Schrecken und Vergnügen beherbergen würden.
Wir bekamen eine Stadtvilla gestellt. Standesgemäß, wie Robin sagte. Großartig, wie ich fand.
Wie es bei einem Endspurt oft der Fall ist, spürten wir so kurz vor der Ziellinie Jahresende unsere Beine nicht mehr. Diesem vorteilhaften Umstand ist die aberwitzige Hauruckorganisation geschuldet, die als außerordentlich sportlich wahrgenommen werden darf. Wir riefen Peter Sempel in New York an, ich bastelte in Windeseile einen Joachim Cerberus Büchner, Robin machte daraus ein erstklassiges Plakat und schließlich legten wir unser zartes Gewächs in die verantwortungsvollen Hände des Managers Johannes Blaffert, der sich mit Hingabe um die Organisation unseres WSVs bemühte. An einem kalten Montag standen wir wieder gemeinsam mit Joachim auf der Schanze, froren uns die Hände ab und klebten Plakate. Hier einen JFB über einen Rapper, dort einen JFB über eine Disco und jetzt einen JFB auf die Toilettentür der Mutter. Hier hielt Joachim Franz Büchner einen Moment inne, besah sich sein dreigestaltiges Spiegelbild und sagte: „Das ist mir jetzt fast, fast schon ein bißchen unangenehm!“

Ein ganz anderes Bild entwirft das Musikvideo zu dem Song „Ich bin Joachim Franz Büchner“, das Robin in Berlin und in Vorbereitung auf den WSV drehte. Es zeigt JFB auf einem Plattenhaufen, sich aufopferungsvoll in den rauen Wind stemmend, glitzerndes Morgenlicht über sich ergießen lassend und animistisch singend. JFB: außerordentlich überwältigend. Es ist kein Zufall, wenn die unbehauene Ästhetik dieses Videos an frühe Musikvideos der Neubauten erinnert. Hier treffen sich –und auch dies sollte explizit Programmpunkt unseres WSVs werden- die Künste. Hier kreuzen sich JFBs Charisma und seine Musikalität mit Robin Hinschs visueller Vorstellungskraft und seinem Blick für den richtigen Ort. Und, wie Jorge Wittersheim unlängst so richtig bemerkte: hier arbeiten wir an einer Ikone. Folgerichtig wurde der erste Programmpunkt unseres Wahnsinn, unseres Schreckens und unseres Vergnügens eine Autogrammstunde mit Joachim Franz Büchner.
Weil aber selbst ein Inferno aus Hachez, Becks Gold und Energy Drinks fünf Minuten Pause braucht, übernahmen später auch Robin, Tim und Jenna das Unterzeichnen der Autogrammkarten. Auch hier: folgerichtig! Denn im Sinne der Krautzungen- Kreuzungen verschwimmt die Linie zwischen Kultur machen und Kultur erleben.

WSV im LOKAL

An der Tür begrüßt der Manager unsere Gäste mit Pfefferminzschnaps und sauren Gummitieren. Er drückt den Besuchern einen Stempel auf die Hand, auf dem „Duplikat“ steht. Unsere ersten Gäste sind Engländer. Mit Staunen betreten sie das alte Pfarrhaus, das von außen leuchtend grün, innen kahl und wie kurz vor der Renovierung aussieht. Und ihre Überraschung nimmt nicht eben ab, als sie das Selbstporträt ihres alten Freundes Oliver von Below sehen, das ihn in Rockerpose als gigantisches Musikwunder manifestiert. Unter dieses Bild haben wir den Tisch gestellt, an dem später gelesen werden soll. Es wird wirken wie ein psychedelischer Schatten der Autoren. Es ist ein Spiel mit der Überhöhung, dem Glamour und dem bereits assoziierten Fall(„(…)Bring out your dead“). Rechts davon hängt eine von Olivers Pinocchiostudien, links davon ein Bild, das er erst kurz vor Ausstellungsbeginn mit Tannenzweigen malte. Darauf steht: „Becausefuckyouthatswhy“.
Wenn man jetzt andere Künstler sehen will, dann gibt es einen schmalen Gang neben der Bar. In dem Raum dahinter stellt Fiona Hinrichs aus. Die Treppe hoch gibt es alte Krautzungenfotos, die den Betrachter auf eine Reise in die jüngere Vergangenheit einladen. Ich sag es frei heraus: ich persönlich liebe meine Blitzlichtfotos. Nicht wenige sind aus der Hüfte geschossen.
Zwischen Treppe und Durchgang sitzt Joachim Franz Büchner hinter einem weißen Tisch. Auf der geschmirgelten Tischplatte liegt Weihnachtsdeko, liegen vier verschiedene Autogrammkartenstapel und eine Tafel Hachez. Wer eintritt, trifft auf Joachim. Und so sind es neben den Künstlern die Engländer, die als erste Autogrammkarten unterschrieben bekommen. Mit goldenem Edding schreibt JFB an seiner Wirklichkeit, die in ihrem Charme etwas PeterPaneskes hat.

Fiona stellt zweierlei aus: einen Spiegel, der mit regenbogenfarbigem Geschenkband behaart sagt: „I have been growing one millimeter in one year“ und ihr Jahr in Statusmeldungen. Ernüchternd, wie drei Seiten mit sehr originellem Inhalt eben doch bloß drei Seiten, eben doch bloß ein Jahr sind. Diese Arbeiten sind ein Blick auf die kleinen Schritte. Sie sind in all ihrer Nonchalance eben doch vor allem eine Benennung und Ausdeutung des Zähen. Vielleicht sind sie auch sehr Dezember. Mir gefällt, dass neben Fionas Statusmeldungen eine Falltür in den Keller führt. Ihr gefällt das mit Sicherheit auch, wie man beim Betrachten ihrer Kunst ständig droht, in alle Falle zu tappen.
Noch weiter hinten, noch vor dem Raucherwintergarten und gleichzeitig im größten zusammenhängenden Raum des Lokals, stehen Heiko Gogolins Plattenteller. Zusammen mit Andrea mischt er den Soundtrack dieses Abends. Andrea tritt als Mme Bing auf. Ich möchte mich entschuldigen für meine bekloppt falschen Ansagen, da hätte man ja vorher auch mal drauf kommen dürfen, das Mme für Madame steht.
Zwei meiner liebsten Erinnerungen an den DJ- Abend: Andrea hebt eine Platte, betrachtet sie genau und pustet. Es sieht aus, als ob sie das Vinyl küsste. Der zweite Moment: Heiko und Jochen verabschieden sich mit erhobenen, ineinander verschränkten Händen voneinander. Es sieht aus wie ein archaisches Ritual zweier Hohepriester. Und ist es das nicht auch?
An der Wand gegenüber der letzten Treppenstufe habe ich einen Kopf aus meiner Leinwand geschnitten und da unter gehängt. Ich nenne das Bild „Wir waren niemals hier“. Es ist in mehrfacher Hinsicht Schlüssel zur Interpretation meiner Bilderserie „Nach der Welt nur Köpfe“, deren theoretischen Unterbau ich mich beim letzten Krautzungen darzulegen bemüht habe (vgl. die Erzählung: „Der Bürgermeister der Nacht“). Zum einen ist es der Kopf eines Künstlers, der im Fokus des Interesses steht, zum anderen ist es der Ausbruch aus regelkonformer Bildkomposition, soll heißen: die Bewegung wird aller Sorgfalt vorgezogen, Künstlerhandwerk: adieu. Wille ist pinselführend.

Im Flur stellt Carsten Dierkes aus. Carsten, seines Zeichens Schöpfer der Spitzbehrendts und der Bahnfahrtcomics, zeigt drei großformatige Comicstrips, die er schlicht „Wahnsinn“, „Schrecken“ und „Vergnügen“ betitelt hat. In seinen szenischen Karikaturen parodiert er die Behäbigkeit des menschlichen Verstandes und führt scheinbare Kausalketten ad absurdum. Immer wieder blitzt in seinen Comics der Versuch auf, sich über einen Kaugummialltag hinweg zu setzen.
Gegenüber von Carsten, nicht weit von der Herrentoilette, hat Johannes Blaffert sein Alter Ego, den Anwalt Eberhardt Ambrosius, mit silberfarbenem Klebeband wie eine Engelserscheinung an die Wand gepinnt. Dem Anwalt, bei Krautzungen#2 noch mit Spiegelscherben behängt, scheinen silberne Schwingen gewachsen zu sein. Ebenso elegant wie tollpatschig erhebt sich das Stofftier über den Betrachter. Er ist genauso sehr Gefangener wie Erlöser, genauso lustig wie gefesselt. Die Frage ob Prometheus oder Blödmann muss unbeantwortet bleiben. Neben der Skulptur hängt eine der seltenen Zeichnungen von Johannes. Sie trägt den Titel „Tilo (rauchend)“. Meine Mutter findet: hat er gar nicht so schlecht gemacht, kann man sogar erkennen.
Betreten wir nun das Ende der Welt. Das Ende der Welt, so heißt die Fotoserie von Janusz Beck. Er teilt sich den großen Ausstellungsraum mit Balkon mit Robin Hinsch. Beide zeigen sie Fotos, die -wie sorgsam gefertigte Köder- mit Widerhaken im Maul der Realität feststecken. Janusz zeigt einen längst verlassenen Pilzbunker, Robin einen erlegten Hirsch. Neben den Videoinstallationen der beiden möchte ich den Blick besonders auf Robins Bilderserie lenken, deren Titel mir augenblicklich entfallen ist, die aber ein tolles Thema hat. Uns nämlich, Joachim und mich. Wie dem ein oder anderen zu Ohren gekommen sein mag, arbeiten wir seit einiger Zeit an dem Debutalbum unserer gemeinsamen Band „Der Bürgermeister der Nacht“. Robins Triptychon zeigt mich mit Satyr, JFB in Berlin und uns beide im Hermelin einer lauen Yokomonostunde. Robin ist es gelungen, aus dem mittlerweile riesigen Fundus von Fotos, (Joachim und ich werden ja sehr gerne fotografiert… sagen wir ruhig, wir drängen uns auf) eine Essenz zu subsumieren. Während Joachim im Licht lächelt, grinse ich im Dunkel.
So jetzt kann ich aber nicht mehr an mich halten, jetzt muss es raus: gestern schrieb mir Joachim, dass unser Album fertig ist. In Kürze geben wir Demo- CDs raus.
Im letzten unserer Ausstellungsräume zeige ich meine Kopfserie und Peter Sempel seinen Nina Hagen Film „Punk&Glory“. Auch wenn man, wie ich, nichts oder nicht viel für Nina Hagen übrig hat, dann muss man den Bildern des Films Respekt zollen, das betont Peter, als er den Film installiert. Im Lokal funktioniert seine Bildsprache auf eine besondere Weise. Die Tapetenreste zeichnen verworrene Muster auf Nina Hagens ebenmäßige Konturen. Es ist als verliehe das alte Pfarrhaus Sempels Film eine zusätzliche, geheimnisvolle Lesart.
Punk&Glory, dieser Film ist eine Einladung in eine größere, dandyeske Welt voll ungezügelter Wildheit und exzessivem Ausdruck.

Independent- Regisseur Peter Sempel lässt es sich nicht nehmen, als erster eine Schweinepfote in die Hand zu nehmen und meinem Painting-by-Numbers-Schwein ein blaues Auge zu malen. Später wird der Manager über diesem Bild wüten und Oliver wird dem Schwein einen Penis malen. Idee ist es, dass der Besucher des WSVs Schweinepfoten in Acrylfarbe taucht und damit das Schwein Stück für Stück ausmalt. Die beiden ausliegenden Pfoten haben bei Marktkauf 52Cent gekostet. Wer braucht Pinsel?
Als ich meinen langjährigen Freund und Autor Colin Böttger anrief und fragte, ob er bei unserer Veranstaltung lesen wolle, sagte er unter der Einschränkung zu, er habe schon etwas vorzulesen, aber er habe nur etwas zum Thema Schrecken beizutragen. Ich überlegte mir also, den Abend thematisch zu gliedern, also einen Autor für ein Thema anzufragen. Dass das nicht funktionieren würde, ging mir auf, als ich feststellte, dass ich bereits vier Autoren eingeladen hatte. Ich wusste allerdings auch, dass das nicht schlimm sein würde, weil ich nämlich vier ebenso unterschiedliche wie gute Schriftsteller eingeladen hatte. Recht herzlichen Dank an Gesa Anne Troja, die sich mit sezierendem Blick unserer Vergnügungssucht widmete, danke an Lucas Flasch, der mit gewohnt trockenem Humor an seinen Großvater zurück dachte, vielen Dank an Colin, der als Ex-Träger des Bremer Literaturpreises eine Geschichte über das Abwesend-Sein vorlas und allerherzlichsten Dank an Christoph Braun, der aus seinem Roman „Hacken“ vortrug, der Anfang kommenden Jahres erscheinen wird. Christoph Braun erzählt davon, wie es ist, von der Stadt aufs Land zu ziehen und gleichzeitig seinem Beruf als Musikjournalist weiter nachzugehen. Er schreibt aber auch darüber, wie es ist, Gemüse zu ziehen oder plötzlich Schäfer zu sein. Das Besondere an seinem „Hacken“, davon durften sich die zahlreichen Zuhörer an diesem Abend überzeugen, ist die Sprache, die der Autor gewählt hat. Es ist die wundervolle Distanziertheit, mit der es Christoph Braun gelingt, eine präzise Beobachterperspektive einzunehmen, die originell über Tau spricht und über Raupen.

Ich hoffe mit unserem Lesungsblock konnten wir eines der Kernanliegen der Krautzungenreihe noch besser verdeutlichen, auch wenn es sich beim WSV um keine offizielle Krautzungenveranstaltung handelte. Literatur, Kunst und Musik sollen keine bloße Staffage füreinander sein. Wir wollen die Disziplinen miteinander verbinden, auf ihre Verbindungen verweisen und sie miteinander in Diskurs treten lassen.
Als beispielhaft dafür kann gelten, dass sowohl Colin Böttger als auch Christoph Braun einen Gastauftritt im Programm der Schmutzigen Schönheit hatten. Während Colin unserem Klassiker Vogelschießen altes Leben einhauchte, spielten wir mit Christoph gemeinsam eine Coverversion des The Fall- Songs „Kurious Oranj“. Überhaupt gelang es der Schmutzigen Schönheit wieder einmal konsequent seltsam zu sein. Wie immer besser als bei jeder Probe holperten wir uns durch unser Programm. Das konnte und sollte man „Viel besser als früher!“ (Stella) finden oder wie Monika die Frage stellen: „Du Fynn, übt ihr eigentlich auch mal?“ Antwort: „Es regnet seit Tagen schon/die Psyche ist ein Pappkarton.“
Als Vorband JFB (live) zu engagieren war von Anfang an kalkuliertes Risiko. Denn Robin und mir war klar, dass Joachim nur eines werden könnte, nämlich ganz ausgezeichnet. Für uns spielte er sie nochmal, die Hits, mit der er Johannes Blafferts „Lange Nacht des Museums“ maßgeblich prägte und Mädchen- und Jungenherzen verzauberte. Nights in White Satin, never reachin the end. Ich bin mir sicher, dass sich 90% aller Besucher an diesem Abend in Joachim verliebten. Die anderen 10% waren es längst schon. Verliebt in Joachim Franz Büchner.
Jump in! Jump in!

Als einer der stolzen Gastgeber des Wahnsinns trug ich eine goldene Krawatte. Ich machte Dinge, über die ich an dieser Stelle nicht schreiben kann und trank dazu eine Menge Becks. Peter Sempel erzählte mir bei einem Glas Rotwein von seinem neuen Film über Jonas Mekas. Lucas Flasch und ich sprachen wieder einmal über den kultivierteren Fußball, Johannes Blaffert redete sich um Kopf& Kragen, Andrea und Heiko bewiesen erhabenen Geschmack und Robin Hinsch ging wahrscheinlich später noch in den Juice-Club und als ich am nächsten Morgen um neun aufstand, um Christoph Braun zur Bahn zu bringen, erzählte der, dass er kaum einmal etwas Absonderlicheres erlebt habe, als den einhändig fegenden JFB, der dabei sang, dann innehielt und einen Mädchenchor dirigierte, als wir gegen 4:30Uhr das LOKAL aufräumten.
Ich möchte mich in Robins, Joachims, Johannes‘ und meinem Namen herzlich bedanken bei allen teilnehmenden Künstlern, dem LOKAL und besonders bei Anne und allen, allen, allen Gästen. Auch bei dem einen, der mich so fies angestarrt hat. Für uns war es ein gelungener Jahresabschluss! Wir können trotz vertrunkener Einnahmen eine positive Bilanz ziehen und freuen uns auf nächstes Jahr.